Geschichte zur Marktgemeinde
Namensgebung von den "Edlen von Griesbach". Diese waren ein begütertes
Adelsgeschlecht mit zahlreichen
Besitzungen im "Land der Abtei. Ursprünglich
"Griespach" danach "Griesbach am hohen Markt" und nach 1806
Untergriesbach, dies zur Unterscheidung
zum "Griesbach im Rottal. Der
ehemalige Kern um die Kirche dürfte ein Haufendorf gewesen sein. Ab 1260
Verleihung der Marktrechte durch Bischof
Otto. Im Passauer Bürgeraufstand 1367 wurde der Markt
niedergebrannt 1443 erhielt der Markt ein bischöfliches Pflegegericht.
Der alte Marktbereich ist mit seinem Bürger-
und Bauernhäuser-Ensemble denkmalgeschützt. Sehenswert der über
400 Jahre alte "Lanz-Gasthof. Durch Untergriesbach führte die
sogenannte "Böhmische Straß", ein Salzhandelsweg
nach Budweis.
Der Pranger (ein Symbol
der niederen Gerichtsbarkeit):
Die Ausübung der niederen Gerichtsbarkeit war ein Privileg, das von den
Bischöfen an die Märkte verliehen wurde. Ein Marktrichter mit vier
Ratsgeschworenen hatte die örtliche Polizeigewalt und war erste Instanz in
Straf- und Verwaltungsangelegenheiten. Der Pranger trägt die Jahreszahl l 590
wurde aber bereits 1490 in der Marktchronik erwähnt. Zum Prangerstehen wurden
u. a. "Boshafte und streitsüchtige Frauen oder freche Buben"
verurteilt. Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts ist dieses Recht im Markt ausgeübt
worden.
-als Pfarrei bereits 1239 genannt
-1367 von Passauer Bürgern in Brand gesteckt
-Neubau ab 1498 Vollendung wird 1791 angenommen
-Bauarbeiten aber bis ins frühe 16. Jahrhundert
-Reste der spätgotischen Kirche in Teilen des
Langhauses und Chores
-1602 beschädigt ein Blitzschlag den Kirchturm,
der jetzige Turm stammt von 1714
-seit 1725 Barockisierung der Kirche
-Seelenkapelle Anfangs der dreißiger Jahre des 18
Jahrhunderts angebaut
-Die Pfarrkirche ist in ihrer heutigen Gestalt
eine einschiffige Anlage mit Querhaus
-Die Sakristei befindet sich südlich vom Chor,
auf den Grundmauern des alten Turmes.
-Deckengemälde des Langhauses von 1725 durch den
Passauer Maler Joseph Schwarz
-Deckengemälde des Querhauses und Chores von
1780 durch Johann Georg Unruh
-Der Hochaltar ist ein bedeutender Barockaufbau um
1690
-Ursprunglich vier Seitenaltäre von 1728, die
zwei noch bestehenden stammen aus jener Zeit
-Die Kanzel ist eine Barockanlage vom Ende des 17
Jahrhunderts
-Taufstein spätgotisch um 1500
-nach grundlegenden Renovierungsarbeiten im
Jahr 2002 erstrahlt die Pfarrkirche im barocken Glanze neu
Die ehemalige Burganlage "Vormhaus" genannt, und die "Edlen
von Griesbach"
l. Archäologische Ergebnisse
Archäologische Ausgrabungen seit August 1994 auf
dem Burgplateau haben ergeben.
-Grundrisse der Hauptwehrmauer sowie verschiedene
Innenbauten
-Die Festungsanlage auf dem Burgberg wird für das
12/13 Jahrhundert angenommen
-Diese Burg wurde aber in der ersten Hälfte des
13. Jahrhunderts durch eine große Brandkatastrophe zerstört und verlassen
-Die ältesten Funde vor Ort sind aber wesentlich
älter: Aufgrund von aufschlußreichen Funden kann eine Besiedlung dieses Areals
für die Steinzeit (vor ca. 5 000 Jahren) angesetzt werden.
2.Die Edlen von Griesbach
Die Edlen von Griesbach waren ein sehr begütertes
Adelsgeschlecht mit zahlreichen Besitzungen im "Land der Abtei" und im
Mühlviertel, deren Teretorium Grafschaft Griesbach genannt wurde.
Die namensgebende Stammburg der Griesbacher wird nach "Franz Tyroller" für Untergriesbach anzunehmen sein. Die Burganlage war, wie aus Urkunden und den Überresten zu entnehmen ist, eine sehr stattliche Anlage mit gut 300 Meter in der Länge, 120 Meter in der Breite. Sie befand sich auf dem steilen Gelände über dem Gressenbachtal. Das Haupttor wies hinaus auf die Straße im Haselwurztal zur Siedlung "Griesbach am hohen Markt." Die Burg war gesichert mit Wallen und Gräben. Der Bergfried der groß und stark ausgebaut war, diente nicht nur als Ausguck für die Wächter, sondern war vor allem letzte Zuflucht. Urkundlich begegnet uns Griesbach als Sitz des Adelsgeschlechtes erstmals 1108. Der älteste bekannte Vertreter war Adalbero (de Gryezbach) Kelbergras (geboren um 1070, gestorben ca 1138). Sein Sohn Walchun l von Griesbach wird als Teilnehmer am zweiten Kreuzzug (1147-1149) genannt. Mit Wernher von Griesbach erlangte das Geschlecht großes Ansehen. Aus seiner Ehe mit der Erbtochter aus dem mächtigen Geschlecht der Freien von Wilhering gingen drei Söhne hervor. Der letzte Vertreter der Griesbacher nannte sich "Heinrich von Griesbach und Waxenberg" und war Domherr zu Bamberg, bis er in den weltlichen Stand zurück wechselte. Mit seinem Tod im Jahre 1220 erlosch das edle Geschlecht der Freien von Griesbach. Das Erbe kam zum Hochstift Passau.
Das Wappen zeigt einen aufgerichteten, steigenden, heraldisch nach links gewendeten roten Wolf auf silbernem Grund.
Zur Geschichte: Der Markt Untergriesbach war nach dem Untergang des Geschlechts der Griesbacher Teil des Hochstifts Passaus geworden. Auf diesen Sachverhalt kann man wohl das Wappen zurückführen. Man führt fortan das Wappen des Landesherrn, um aber seine ehemalige Selbständigkeit anzudeuten tritt der Wolf, anders als im Passauer Wappen, stets linkshin gekehrt auf.