Die Burgen Alt- und Neujochenstein

Burg Neujochenstein: 3D-Modell der Burgruine

Burg Neujochenstein: 3D-Modell der Burgruine

Burgruine Neujochenstein

Burgruine Neujochenstein

Die Burgen Alt- und Neujochenstein dienten im Hochmittelalter vermutlich neben der ländlichen Erschließung des Gottsdorfer Raumes auch der Kontrolle und Sicherung des Schiffverkehrs auf der Donau.

Die Burg Jochenstein wird erstmals im Jahre 1222 urkundlich erwähnt. In einer weiteren Urkunde vom 17. Juli 1222 wird erstmals zwischen den zwei Burgen Alt- und Neujochenstein unterschieden. Ihr damaliger Inhaber, Eberwein von Jochenstein räumte zu diesem Zeitpunkt Bischof Wernhard von Passau zunächst eine Art Nutzungsrecht an seinen Burgen ein, um sie dann in den Jahren1300 bzw. 1310 endgültig an den Passauer Würdenträger zu verkaufen.

Nach dem Übergang Jochensteins an den Passauer Bischof sind bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts bischöfliche Burggrafen auf Jochenstein nachzuweisen. Einer dieser Burggrafen war Christian von Jochenstein, vermutlich der letzte aus dem Geschlecht der Jochensteiner. Altjochenstein wurde in dieser Zeit anscheinend aufgegeben und auf Neujochenstein folgten bischöfliche Pfleger.

Der Herrschaftssitz Neujochenstein dürfte danach bis etwa gegen Ende des 16. Jahrhunderts bestanden haben. Auf einer um 1600 angefertigten Salzstraßenkarte nach Winterberg und Prachatitz ist die Burg jedoch bereits ruinös dargestellt.

In den Jahren 2007/2008 erfolgten im Auftrag der Marktgemeinde Untergriesbach weitreichende Sicherungs- und Sanierungsarbeiten an der Ruine des Neujochensteiner Bergfrieds. Im Zuge dieser Arbeiten wurden auch einige Holzproben von Querbalken aus dem Mauerwerk des Bergfrieds für eine dendrochronologische Untersuchung entnommen. Das Ergebnis war eindeutig: die hier verwendeten Eichenbalken wurden spätestens im Winter 1345/1346 gefällt. Demzufolge entstand dieses Bauwerk in seiner jetzigen Form Mitte des 14. Jahrhunderts.

Parallel dazu konnten bei Sondierungsgrabungen der Kreisarchäologie Passau am südwestlichen bzw. nordöstlichen Rand des Burgplateaus Teile der ehemaligen Wehrmauer erfasst und dokumentiert werden.

Hinweise zur Kreisarchäologie Passau finden Sie hier:

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