Millionenbauern

Eine Wanderausstellung zum Thema bäuerlicher Graphitbergbau

Eines der wohl wichtigsten Handwerke der Marktgemeinde Untergriesbach war der Graphitbergbau und –handel. Viele Untergriesbacher Bauern versuchten damals ihr Glück, denn bis zum Jahr 1939 war mit dem „Schwarzen Gold“ viel Geld zu machen. In der Region um Kropfmühl, Pfaffenreut und Untergriesbach wurde der bäuerliche Graphitbergbau bis weit ins 20. Jahrhundert praktiziert. 

Zum Thema des bäuerlichen Graphitbergbaus trugen das Freilichtmuseum Finsterau und der Markt Untergriesbach eine Wanderausstellung zusammen. 2001 wurde die Ausstellung erstmals in Finsterau sowie anschließend in Bad Füssing im Rottal gezeigt. Es ist daran gedacht diese Ausstellung auch weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Einige Exponate davon sind derzeit in der Cafeteria des Graphit-Bergwerkes Kropfmühl zu sehen. 

Zur Sonderausstellung, über den bäuerlichen Graphitbergbau im Unteren Bayerischen Wald, erschien eine überarbeitete Dokumentation zum Thema „Millionenbauern“. Der Band ist für € 12,90 im Bürger- und Tourismusbüro Untergriesbach erhältlich. 

Vom Broterwerb zum veredelten Rohstoff, der um die Welt geht

Die Ausstellung und der Buchband legen naturwissenschaftlich-geologische Sachverhalte wie z.B. die Entstehung von Graphit, Fundorte bzw. Fördermengen ebenso dar wie auch die "Goldgräberstimmung" zu einer Zeit, da mit Graphit viel Geld zu machen war, denn die Nachfrage wurde im Zuge der fortschreitenden Industrialisierung immer größer. Viele versuchten damals ihr Glück, einige Besitzer bäuerlicher Gruben gründeten 1903 in Untergriesbach den Graphitgrubenbesitzer-Verein. 

Das Ende der bäuerlichen Gruben kam 1939. Vorbei war Glanz und Gloria vom "Schwarzen Gold" und dem sagenhaften Reichtum der sogenannten Millionenbauern. Dieser Glanz der Graphitbauern ist noch heute spürbar, verdinglicht in stattlichen Bauernhöfen und "sprechenden" Grabsteinen. Und in vielen Kammern stehen noch prächtige Möbel, prunken aufwendige Goldhauben und strahlt silbernes Geschirr.

Die Graphitförderung und -verarbeitung wurde industriell. Von mehreren gegründeten Unternehmen blieb nach dem Zweiten Weltkrieg nur noch die Graphitwerk Kropfmühl AG übrig, die bis heute erfolgreich tätig ist. 

Nicht vergessen darf man jedoch die Mühsal der Arbeit in den Gruben – die harte Arbeit, mit eigener Kraft das Material und auch eingedrungenes Wasser aus den Gruben zu schaffen. Erleichterung brachten erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts die ersten Antriebsmaschinen. 

Der Einsatz von Graphit reichte, früher wie heute, von Dingen des alltäglichen Gebrauchs (Wagenschmiere, Geschirr, Öfen, Bleistifte) bis hin zu hochspezialisierter Technik (Schmelztiegel, Elektroindustrie, Kerntechnik und Autozubehör).

Das kleine Schwarze

Anlässlich der 750-Jahrfeier der Marktgemeinde Untergriesbach im Jahr 2013 erschien ein weiterer Buchband über das Schwarze Gold. „Das kleine Schwarze“ ist die Chronik zum 110-jährigen Jubiläum des Knappenvereins Kropfmühl und die Geschichte über den Graphitabbau in der Region. Das Buch ist im Rathaus und im Bürger- und Tourismusbüro Untergriesbach erhältlich – Verkaufspreise € 9,50.