Krippen in Schaibing und Untergriesbach

Krippe Schaibing

Im Heiligen Jahr 2000 haben sich zwölf Männer und Frauen zusammengefunden, um eine Weihnachtskrippe zu bauen. In fast 2000 Stunden entstand keine landläufige Krippe, sondern eine aufwändige Felsenkrippe, eingefügt in eine authentische Landschaft vor den Toren und Mauern von Bethlehem. Diese orientalische Weihnachtskrippe in der Pfarrkirche St. Josef führt als Erzählkrippe in sechs Szenen durch den Advent und durch die gesamte Weihnachtszeit.

Corona machte den Krippenfreunden zu schaffen. Nach langen Beratungen entschied man sich doch, die Krippe aufzubauen. Es hätte sonst was Wesentliches im Advent gefehlt. Viele Menschen kommen in diesen Wochen in die Kirche, zünden eine Opferkerze an, gehen zur Krippe, schauen, verweilen und lassen die Szenen auf sich wirken.

Vom ersten Adventsonntag an war die Jungfrau Maria zu sehen, wie sie einer Legende nach durch einen verdorrten Dornenwald zu ihrer Base Elisabeth übers Gebirge eilt, um ihr die frohe Nachricht zu bringen, dass sie ein besonderes Kind erwarte. "Da haben die Dornen Rosen getragen…", erzählt ein Lied. Hunderte Röslein im Dornenwald grüßten die Mutter Gottes. In den folgenden Adventswochen zeigen die Krippenfreunde, wie die Juden unterwegs sind, um sich in ihrer Vaterstadt Bethlehem auf Geheiß des Kaisers einschreiben zu lassen. Auch Maria und Josef stehen vor dem römischen Beamten und erfüllen ihre Bürgerpflicht. Zum vierten Adventssonntag morgen ist das Heilige Paar nun auf Herbergssuche zu sehen, für Maria schwere Stunden. Fragend und Hilfe suchend stehen die beiden vor einer Taverne. Doch der Wirt weist sie barsch ab, zeigt ihnen eine nahe Grotte in der felsigen Landschaft, die als Stall dient. Allerlei Gerümpel liegt darin herum, ein müder Ochse ruht an der Futterkrippe.

Zu den Christmetten werden die Krippenfreunde dann die Szene über die Geburt des Jesuskindes in der Felsengrotte, die Huldigung der Engel und die Anbetung der Hirten aufbauen. Der ärmliche Stall wird erleuchtet vom Schein der Laternen. Helles Licht von der Höhe wird das große Hirtenfeld sowie das Panorama erstrahlen lassen. Vor 20 Jahren hatte der bekannten akademische Maler und Restaurator Christian Goller dieses geschaffen.

Zum Hochfest Heiligdreikönig wird dann die prächtigste Szene aufgebaut. Die Weisen aus dem Morgenland kommen mit Pagen, Elefanten und Kamelen und huldigen mit ihren Geschenken dem Jesuskind. Ab Mitte Januar schließlich wird das heilige Paar mit ihrem Kind auf der Flucht nach Ägypten dargestellt, während Soldaten in die Szene laufen.

Text: PNP, 18.12.2020

Krippe in Untergriesbach

Seit 1703 lässt sich die Aufstellung einer barocken Krippe in der  Pfarrkirche St. Michaelaus den Kirchenrechnungen nachweisen.

Erhalten sind ca. 90 Figuren:
Hölzerne Gliederpuppen von ca. 20cm Größe mit geschnitzten oder Wachsköpfen, mit Bekleidung in bäuerlicher oder bürgerlicher Art, die im 20. Jahrhundert teilweise erneuert wurde.

Seit einigen Jahren wird die Krippe auf dem rechten Seitenaltar aufgebaut.

2015 wurde die Diplomrestauratorin Sabine Schwab aus Kösslarn von der Pfarrei beauftragt, die noch barock gekleideten Figuren zu reinigen, die Farbfassung auszubessern und die Bekleidung auszubessern oder einzelne zu schadhafte Kleidungsstücke nach den alten Schnitten neu anzufertigen;  alle restaurierten Figuren erhielten danach einheitliche Sockelplatten. 2019 bis 2020 wurde die Restaurierung fortgesetzt; zusammen mit den Kolleginnen Petra Schwaerzel (für die Holzarbeiten, also geschnitzte Köpfe, Hände, Beine) und Bettina Kamann, die die Bekleidung gereinigt, ausgebessert oder in barockem Stil erneuert hat, wurden weitere 19 Figuren bearbeitet.

Finanziert wird diese Restaurierung von bisher 42 Figuren (auf die möglichst jedes Jahr eine weitere folgen soll) durch Spenden von Familien, Geschäftsleuten und kirchlichen Gruppen aus der Pfarrei, aber auch durch Zuschüsse von Sparkasse und Landkreis Passau sowie vor allem durch Mittel der Bauer´schen Barockstiftung aus München.

Nachdem an aufstellenswerten alten Tieren nur ein Pferd und drei Kamele erhalten waren, hat das Ehepaar Dr. Baierl jedes Jahr bei Michael Lauss in Wegscheid neue Tiere in Auftrag gegeben. So kamen bisher Ochs und Esel, 10 Schafe und ein Hütehund dazu.

Text: Christa Köberl

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